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Wir feiern den Internationalen Weltbienentag

Maxi · Mittwoch, 20. Mai 2020

Auch heute feiern wir wieder einen dieser kuriosen Feiertage, der unserer Meinung nach in jedem Fall seine Berechtigung hat.
Denn am 20. Mai wird – wenn es nach den Vereinigten Nationen geht - auf der ganzen Welt der internationale Weltbienentag gefeiert. Dieses Datum wurde dort bereits 2017 zum internationalen World Bee Day erklärt und wir finden, wir sollten mitfeiern.

Die ursprüngliche Initiative zum Weltbienentag geht auf eine Petition des gemeinschaftlichen Slowenischen Imkerbunds im Jahr 2014 zurück, welche ein Jahr später durch die weltweit größte Imker- und Bienenzüchter-Organisation unterstützt wurde. Gemeinsam wurde für das Anliegen des Bienenschutzes und für die Schaffung eines internationalen Aktionstages zum Schutz der Bienen geworben.
Durch das Engagement des Deutschen Imkerbundes wird der Welttag der Biene auch in Deutschland gefeiert.

Die summenden Insekten spielen bei der Bestäubung von Pflanzen und für die Produktion von Honig eine zentrale Rolle. Durch die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, Pestiziden und Düngern sowie die Verbreitung von Monokulturen in der Landwirtschaft verursacht der Mensch eine akute Gefährdung der Biene und deren Lebensraum.
Genau dieser Bedrohung soll am Tag der Biene ein öffentliches Bewusstsein geschaffen werden.

Unter unseren Händlern befindet sich ein Unternehmen, welches sich schon lange mit dieser Problematik auseinandersetzt und bereits selbst etwas gegen die Situation unternommen hat:
Die Bienenherz GmbH ist eine Erwerbsimkerei mit Sitz in Saalfeld, die von Katy und Florian Wöll aus einer bereits 100-jährigen Familien-Tradition heraus gegründet wurde.
Das Unternehmen steht dabei für Produkte, die mit Leidenschaft und Herzblut aus den wertigen Erzeugnissen unserer Bienen unter nachhaltigen und ökologischen Gesichtspunkten hergestellt werden.
Wir wollten mehr über die beiden leidenschaftlichen Erwerbsimker und Ihre Bienen erfahren. In einem Interview – welches unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfand – standen Sie uns Rede und Antwort.

Ihre Familie imkert bereits seit über 100 Jahren. War für Sie schon immer klar, dass Sie dieser Tradition folgen möchten?
Nein, ich habe in jungen Jahren die Familien-Imkerei durch meinen Opa kennengelernt. Erst viel später, nach Beendigung des Studiums der Pharmazie und meiner Promotion kam ich dazu, die Leidenschaft für Bienen zusammen mit meiner Frau wiederzuentdecken. Dabei war stets die Faszination für die Biene Antrieb unserer Bemühungen. Der Schritt in die Erwerbsmäßigkeit war die Konsequenz, um nicht nur unseren Honig, sondern zum Beispiel auch unsere eigene Naturkosmetik professionell entwickeln und anbieten zu können. Hier haben wir in den letzten Jahren viel erreicht. Unsere Hand- und Pflegecremes werden sehr gut angenommen. Wir vertreiben hier mittlerweile auch über Apotheken bis nach Berlin und freuen uns über eine stetig wachsende Stammkundschaft – auch aus dem Pflegebereich. Und in Kürze führen wir unsere hochwertige Gesichtskosmetik ein.

Sie nennen sich selbst leidenschaftliche Erwerbsimker. Was ist für Sie das Besondere an Ihrer Arbeit und worauf liegt dabei Ihr Fokus?

Das Besondere an unserer Arbeit ist die ganzjährige, facettenreiche Beschäftigung rund um das Thema Bienen. Je nach Saison sind die Tätigkeiten (Bienendurchsichten, Bienenwanderung, Honigernte, Ablegerbildung, Varroabekämpfung, Einwinterung, Vorbereitung auf die nächste Saison, Produktentwicklung und -vertrieb) sehr vielseitig.
Durch unsere Professionalisierung haben wir intensiven Kontakt mit Kunden, Firmen, Familien und Schulen und können darüber hinaus auch unser Können aus unserer pharmazeutischen Ausbildung für die Umsetzung innovativer natürlicher Produkte „made in Saalfeld“ umsetzen.
Das wir 7 Tage pro Woche beschäftigt sind, ist – denke ich – der Leidenschaft geschuldet, mit dieser wir unheimlich gerne wirken. Wir legen dabei unseren Fokus auf erstklassige Qualität: und das zahlt sich aus, denn wir erhielten dieses Jahr zum Beispiel die Auszeichnung für den landesbesten Honig (Goldmedaille) vom Deutschen Imkerbund und damit den Ehrenpreis für hervorragende Honigqualität vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft. Das macht uns stolz.

Der Weltbienentag soll vor allem auf die akute Gefährdung der Honig- und Wildbienen beziehungsweise ihres Lebensraumes hinweisen. Wie sehen Sie die Zukunft des Imkerns und welche Maßnahmen sollten Ihrer Meinung nach ergriffen werden, um für diese Problematik ein öffentliches Bewusstsein zu schaffen?

Die Imkerei, vor allem die Erwerbsimkerei ist ein knochenhartes Geschäft. Auch, wenn wir Deutscher Meister im Honig-Verbrauch sind, stammt der Mamut-Anteil des „Honig“ (ca. 70%) aus importierten Beständen.
Dies diktiert den Preis, den viele Kunden verständlicherweise vor Augen haben, wenn sie unsere hochwertigen Honige in den Händen halten. Hier wollen und können wir nicht konkurrieren; denn dafür ist unser hier erzeugter Honig viel zu wertvoll. Im Großen und Ganzen hat es also jeder Einzelne in der Hand: Wer uns Erwerbsimker unterstützt, erhält nicht nur Spitzen-Sortenhonige sondern bekennt sich auch für den regionalen Wirtschaftsstandort und fördert dabei auch noch die effektive Bestäubungsleistung in den Gärten und Feldern in unserer Region.

Allein die ca. 200 Bienen-Völker, mit denen Sie in Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg, Erfurt, Weimar und Jena imkern tragen einen großen Anteil an der Bestäubung in unserer Region. Doch kann auch der Einzelne etwas zum Schutz der Bienen beitragen?

Auf jeden Fall! Wer darüber hinaus unsere bestäubenden Insekten direkt unterstützen möchte, kann auch diesbezüglich nachhaltig wirken: Der sorgsame Umgang mit der Umwelt, eben auch und insbesondere mit Bezug auf unsere bestäubenden Mitbewohner ist hier sicherlich ein wertvoller Beitrag: Wer kann, sollte eine wildbienenfreundliche Umwelt gestalten. Und das ist eigentlich einfach:
Je weniger ein Garten modernen ästhetischen Ansprüchen genügt, desto wildbienenfreundlicher ist er in der Regel.
Wer sich selbst Bienen in den Garten stellen möchte sollte sich aber unbedingt zuvor intensiv schulen. Es gibt derzeit einen Trend, sich unbedarft einen Bienenstock im Internet zu kaufen, ihn in den Garten zu stellen und das Gefühl zu haben, etwas Gutes für die Umwelt und die Bienen getan zu haben. Das Gegenteil ist der Fall, denn viele Bienenvölker sterben bereits innerhalb des ersten Jahres und/oder übertragen Krankheiten auf andere Bienenstöcke – weil sie der Natur überlassen werden oder weil man dann doch nicht die Zeit für die Pflege aufbringen kann. Man kann sich auch dazu sehr gerne bei uns in der Schauimkerei kostenfrei und unverbindlich informieren.

Haben Sie einen Tipp für uns bienenliebende Hobby-Gärtner, mit welchen Blumen oder Pflanzen wir unseren summenden Mitbewohnern eine besondere Freude machen können?

Wenn jemand was für die Bienen tun möchte, dann durch einen bienenfreundlichen Garten mit mehrjährigen Pflanzen (z.B. Kornelkirsche, Weißdorn, Kräuter), Totholz und einer Wasserstelle.
Die Blüten der Pflanzen sollten offenblütig sein. Bei der Auswahl sollte man einheimischen Arten den Vorrang geben. Dabei können einem die Baumschulen und Gärtnereien in der Region weiterhelfen. Wenn man schon eine Rasenfläche haben möchte, dann einfach auch mal eine Ecke mit „Unkraut“ (nennen wir es lieber „Begleitvegetation“) stehen lassen.
Zum Beispiel ist die Brennnessel eine wichtige Pflanze für die Entwicklung des Tagpfauenauges. Dächer und Trockenmauern können mit verschiedenen Sedum-Arten bepflanzt werden. Die verschiedenen Allium-Arten (Lauch) sehen nicht nur toll aus. Sie sind ein wahrer Besuchermagnet für Bienen.
Insektenhotels -wobei die Begrifflichkeit Nisthilfen besser ist- sollten artgerecht für die verschiedenen Wild-Bienen sein und mit Bedacht aufgestellt werden. Diese kann man sogar auf Balkonen und Terrassen anbringen. Und auch hier gilt: lieber viele kleine Nisthilfen als eine Große: Vögel lernen sehr schnell schätzen die großen „Hotels“ als ideale Nahrungsquelle – dann bleibt das Erfolgserlebnis aus.
Aber auch hier haben wir „nachhaltige“ Lösungen im Werksverkauf.

Für alle Hobby-Gärtner, die Ihren Garten oder den heimischen Balkon nun gerne bienenfreundlicher gestalten möchten und weitere Tipps benötigen, stehen Katy und Florian euch in Ihrem Geschäft in der Pößnecker Straße 48b in Saalfeld stets mit Rat und Tat zur Seite – natürlich auch in allen anderen Belangen rund um das Thema Honig und Bienen.
Wir freuen uns, mit der Bienenherz GmbH einen so erfahrenen Partner im Bereich der Erwerbsimkerei gefunden zu haben und hoffen darauf, die Bedeutung der Bienen für uns und unsere Umwelt heute – zum Tag der Biene – unseren Besuchern etwas näher gebracht zu haben!


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